Begriffe rund um die Erste Hilfe


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R

RTW

Rettungstransportwagen. „Ein Ambulanzfahrzeug, das für den Transport, die intensive Behandlung und Überwachung von Patienten konstruiert und ausgerüstet ist“. Der RTW hat der SN EN 1789 (Typ C Ambulanz) zu entsprechen. Für die Zertifizierung nach IVR, die für eine Betriebsbewilligung im Kanton Zürich zwingend ist, muss vom Rettungsdienst mindestens ein RTW vorgehalten werden.


Quelle: Weimann, T.: Marktanalyse im Rahmen der Markteintrittsstrategie dargestellt am Beispiel eines bodengebundenen Intensivtransportsystems im Kanton Zürich

Entry link: RTW

S

Schlaganfall

Als Schlaganfall bezeichnet man die Folge einer in der Regel "schlagartig" auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu einem regionalen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen (Glukose) und damit zu einem Absterben von Gehirngewebe führt.

Nach Herzerkrankungen und Krebsleiden ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für Langzeitbehinderung.

Mögliche Ursachen für einen Schlaganfall sind:

  • Hirninfarkt (ischämischer Infarkt): ca. 80-85% der Fälle, Mangeldurchblutung aufgrund von Gefäßverschlüssen.
  • Hirnblutung (intrazerebrale Blutung, hämorrhagischer Infarkt): ca. 10-15%: v.a. bei hohem Blutdruck und Arteriosklerose, nach Riss eines arteriellen Blutgefäßes im Gehirn
 
 
Quelle:
Entry link: Schlaganfall

Schnappatmung

Der Begriff Schnappatmung bezeichnet eine Atemstörung bei sterbenden Patienten, die in Folge mangelnden zentralen Atemantriebes auftritt. Sie ist durch lange Atempausen und kurze "schnappende" Atemzüge gekennzeichnet.

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Schnappatmung

Entry link: Schnappatmung

Schutzmaske

Es werden im deutschsprachigen Raum vor allem folgende Schutzklassen verwendet:

OP-Masken

OP-Masken, chirurgische Masken oder Hygienemasken entsprechen der EN 14683. In der aktuellen Version von 2019 werden 3 Klassen (Typ I, II und IIR) unterschieden.

Typ I Masken sind nicht für medizinisches Fachpersonal in OPs oder in medizinischen Einrichtungen geeignet. Hier müssen Typ II oder IIR eingesetzt werden. Typ IIR ist flüssigkeitsresistent.

FFP

FFP-Schutzmasken (FFP = "filtering face peace") müssen die EN 149 erfüllen. Sie schützen vor allem vor lungengängigem Staub, Rauch und Aerosolen. Sie bieten keinen Schutz vor Dampf oder Gas. Die Klassen unterscheiden sich vor allem durch die Einsatzgebiete und Undichtigkeiten am Gesicht. Unabhängig von der Klasse bieten sie eine Filterung von Partikelgrößen bis zu 0,6 μ.

FFP1

FFP1-Masken bieten Schutz vor ungiftigen Stäuben. Sie filtern mindestens 80% der sich in der Luft befindlichen Partikel. Die maximale Gesamtleckage beträgt 25%.

Im medizinischen Bereich werden diese Masken primär für den Schutz der Patienten eingesetzt oder für infizierte Patienten empfohlen, damit diese nicht noch andere anstecken, z.B. bei einem Transport.

FFP2

FFP2-Masken bieten Schutz vor festen und flüssigen gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen. Sie müssen mindestens 94% der in der Luft befindlichen Partikel mit einer Grösse von 0,6 μm auffangen. Die Gesamtleckage darf maximal 11% betragen.

Das RKI empfiehlt als Schutzmassnahme für medizinisches Personal im Kontakt mit COVID-19-Patienten mindestens eine FFP2-Maske.

FFP3

FFP3-Masken bieten Schutz vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen. Sie sind auch indiziert beim Umgang mit krebserregenden oder radioaktiven Stoffen, sowie Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzsporen. FFP3-Masken müssen mindestens 99% der Partikel filtern. Die Gesamtleckage darf maximal 5% betragen. Einige FFP-3-Masken haben zusätzlich ein Ausatemventil, da der Atemwegswiderstand recht hoch sein kann.

Bei ausgeprägtem Kontakt mit Aerosolen bei COVID-19-Patienten (z.B. Intubation, Absaugung, Bronchoskopie) müssen FFP3-Masken getragen werden.

N95 und KN95

N95 ist ein US-Standard und KN95 ein chinesischer Standard für Schutzmasken. Bei beiden müssen mehr als 95% der Partikel aus der Luft gefiltert werden. Sie entsprechen sonst etwa dem Standard einer FFP2-Maske.

In der US-Amerikanischen Norm gibt es noch N99, die 99% der Partikel filten und N100-Masken, die mindestens 99,97% der Partikel filtern. Die chinesische KN100 wäre äquivalent.

Die richtige Anwendung von Schutzmasken

Entscheidend für die Funktion von jeglichen Hygiene- oder Schutzmasken ist die korrekte Anwendung.

Die Masken sollten so gut wie möglich anliegen und Mund und Nase bedecken. Viele OP- und FFP1-Masken haben über der Nase einen Metallbügel zum Anpassen an den Nasenrücken. Es sollten möglichst keine Lücken bestehen.

Die Tragedauer sollte die Vorgaben des Herstellers nicht überschreiten, da sie ansonsten unwirksam werden. Die Masken sollten spätestens gewechselt werden, wenn sie feucht sind. Bei OP-Masken sind dies in der Regel 2h, bei einigen Masken bis 8h. Hygienemasken sollten beim Tragen möglichst nicht berührt und nach dem Gebrauch entsorgt werden.

 

Entry link: Schutzmaske

SGNOR

Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin. Im Internet unter http://www.sgnor.ch.

Entry link: SGNOR

SRC

Swiss Resuscitation Council. Der SRC ist ein Verein mit folgendem Zweck:

  • Die Qualität der Cardio-pulmonalen Reanimation (CPR) zu verbessern und damit mehr Leben zu retten
  • Die Prinzipien der Rettungskette im prähospitalen sowie im hospitalen Bereich zu verbreiten
  • Vereinheitlichung der CPR-Ausbildung (unité de doctrine)
  • Der Kontakt und die Koordination mit den entsprechenden internationalen Organisationen
  • Internationale und Evidenz-basierte CPR Richtlinien beachten
Der SRC legt regelmässig die Standards für die Laienreanimation in der Schweiz fest und gibt Standards für Reanimationskurse vor.
Medical Services Weimann ist seit 01.06.2021 vom SRC zertifiziert worden und bietet folgende Kursformate an:
BLS quick
BLS-AED-SRC-Kompakt
BLS-AED-SRC-Komplett

Weitere Informationen:

https://www.ms-w.net/aus-und-fortbildung/src-zertifizierte-kurse/

https://www.resuscitation.ch/

Entry link: SRC

Star of Life

Der blaue Star of Life („Stern des Lebens“) ist ein weit verbreitetes Symbol, das auf vielen Rettungsfahrzeugen auf der ganzen Welt zu finden ist.Star of Life

Aber was bedeutet er genau? Woher kommt er?

1973 beanstandete das Rote Kreuz in den USA, dass die Ambulanzen mit einem orangefarbenen Kreuz auf einem weiss reflektierendem Hintergrund markiert waren. Aus diesem Grund entwickelte Leo R. Schwartz vom amerikanischen Verkehrsministerium (National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA)), selbst Jude, in Anlehnung an den Davidstern, den Star of Life. Dieser wurde am 1. Februar 1977 registriert und stand 20 Jahre unter Patentschutz. Mit diesem Symbol sollte dem Rettungsfachpersonal, den Fahrzeugen, Markierung von Wegen zu Orten mit Notfallversorgung und der Ausrüstung des Rettungsdienstes ein einheitliches Kennzeichen gegeben werden.

In der USA ist der Star of Life ein Symbol für Qualität in Ausbildung und Ausstattung (mindestens der Norm entsprechend) und darf nur von Personal verwendet werden, dass eine staatlich anerkannte Ausbildung absolviert hat. Gekennzeichnet werden kann mit dem Star of Life auch die Ausrüstung und alles, was mit dem Rettungsdienst in Verbindung steht (z.B. auch Briefpapier, Aufnäher, Anstecknadeln, Bücher). 1993 hat der Verein „Bundesverband für Krankentransport und Sanitätshilfsdienste e.V.“, jetzt Bundesverband eigenständiger Rettungsdienst e.V. (BKS) das bislang in Deutschland nicht geschützte Symbol markenrechtlich schützen lassen, was eine heftige Diskussion zur Folge hatte. In der Schweiz hat die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz seit 2007 die Markenrechte. Die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz hat ein "Manual Corporate Design" und ein Merkblatt herausgebracht, dass die Anwendung und des Design des Star of Life in der Schweiz klar regeln (Link).

Die sechs Balken des Sterns repräsentieren sechs Abläufe im Rettungssystem im Uhrzeigersinn:
1. Erkennen des Notfalls

2. Notfallmeldung

3. Ausrücken zum Einsatz

4. Versorgung vor Ort

5. Betreuung während des Transports

6. Übergabe an eine Einrichtung zur Definitiven Versorgung

Der Aeskulapstab in der Mitte des Star of Life steht für das medizinische, heilende Team.

Aeskulap, Sohn des Apollo, war in der griechischen Mythologie der Gott der Medizin. Er lernte von dem Zentaur Chiron die Kunst des Heilens. Der Stab mit der Schlange, mit dem Aeskulap dargestellt wird, repräsentiert die Zeit, als Aesculap einen Patienten hatte, den er nicht behandeln konnte. Deshalb befragte er eine Schlange um Rat. Die Schlange wickelte sich um den Stab, um mit ihm Kopf an Kopf zu sein. Der Patient überlebte.

Zeus befürchtete, daß Aeskulap alle Menschen unsterblich machen würde, und tötete ihn mit einem Blitzschlag. Homer erwähnt ihn als geschickten und einzigartigen Arzt, der später als Held und Gott verehrt wurde. Die Römer übernahmen den “Aeskulapkult”, der auch im alten Testament erwähnt wird:

Der Herr antwortete Mose: `Mach Dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.´ Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.” (Numeri 21, 8-9).

Seit Oktober 2002 begann das Spital Bülach als erstes von 12 Akutspitälern im Kanton Zürich, Schweiz, damit, die alten Wegweiser mit dem „H“ durch den Star of Life zu ersetzen. Mit der Revision der Strassenverkehrsordnung 2003 wurde diese Sinalisation schweizweit für Spitäler mit Notfallstation eingeführt.

Quelle: https://www.ms-w.net/staroflife/
Entry link: Star of Life

T

Transportsanitäter

Einjährige Ausbildung im Rettungsdienst mit eidgenössischem Diplomabschluss in der Schweiz. Diese soll langfristig die Transporthelfer ersetzen.

Quelle: Weimann, T.: Marktanalyse im Rahmen der Markteintrittsstrategie dargestellt am Beispiel eines bodengebundenen Intensivtransportsystems im Kanton Zürich

Entry link: Transportsanitäter

Tubus

Der Begriff Tubus kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet grundsätzlich eine Röhre. Im medizinischen Zusammenhang wird damit in der Regel ein Endotrachealtubus, ein in die Luftröhre eingelegter Beatmungsschlauch, gemeint.

Quelle: Weimann, T.: Marktanalyse im Rahmen der Markteintrittsstrategie dargestellt am Beispiel eines bodengebundenen Intensivtransportsystems im Kanton Zürich

Entry link: Tubus

Ü

Überlebenskette

Die Überlebenskette zeigt die wichtigsten Massnahmen, um das Überleben eines Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand zu retten, anhand einer Kette. So wie auch eine Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied ist, ist auch bei der Überlebenskette jedes einzelne Glied entscheidend.

Dies ist die Überlebenskette mit ihren 4 Gliedern von GRC und SRC zur Reanimation:

Der IVR bezieht in seiner Version der Überlebenskette von 2020 auch die Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen, um eine bestmögliche Überlebenschance zu erreichen ein:

Überlebenskette, Rettungskette


Die 4 (8) Glieder der Überlebenskette sind:

1. Sensibilisierung der Bevölkerung für die Nothilfe.

2. Befähigen von Nothelfern durch Ausbildung.

3. Frühes Erkennen des Problems und früher Notruf.

4. Früher Beginn der Basisreanimation (Herzdruckmassage) mit möglichst wenig Unterbrechungen oder anderer lebensrettender Massnahmen.

5. Einsatz von First Respondern oder anderen organisierten Laienhelfern. Frühe Defibrillation mit einem AED, falls erforderlich.

6. Frühe erweiterte Massnahmen durch einen professionellen Rettungsdienst.

7. Frühe Versorgung in einer spezialisierten Klinik.

8. Messung der Wirksamkeit der Massnahmen.

Das schnelle Handeln und Ineinandergreifen der einzelnen Glieder ist entscheidend für das Überleben des Patienten. Das schliesst eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ein. Jede Minute ohne Massnahmen sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%!

(Bild)Quelle:

Entry link: Überlebenskette


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